Neues Gleissystem
Hintergrund
Da Markus (ein sehr guter Freund und ständiger Unterstützer der Dasnebahn) seine eigene Anlage gerade neu plant, haben wir uns mit dem Thema Gleissysteme nochmal auseinandergesetzt.
Das Ergebnis: Peco Code 55.
Gut, das mag den ein oder anderen jetzt wundern:
- Diejenigen, denen das nichts sagt: Es gibt verschiedene Gleisprofil-Höhen. Diese werden in sogenannten "Codes" angegeben. Mehr dazu später.
- Und diejenigen, die damit was anfangen können und sich nun fragen: Ja, aber das ist doch bei solchen Anlagen Standard!?
Gleis-Codes
Es gibt verschiedene Gleisprofile für die Spurweiten.
Der Code gibt dabei die Profilhöhe in Hunderstel Zoll an. (Bzw. die Höhe
in Millimeter ergibt sich durch Code-Zahl / 100 × 2.54.)
Der Standard für Spur N von Roco/Fleischmann ist zum Beispiel Code 80
und damit ist auch diese Profilhöhe sehr verbreitet. Sie beträgt hier 2,03 mm,
was umgerechnet 325 mm in der Realität entsprechen.
Allerdings sind die Schienen der Bahn, die seit 1963 auf selbst stark belasteten Strecken verlegt werden, nur 172 mm hoch, und die auf weniger belasteten Strecken kommen sogar nur auf 149 mm. In Spur N wären das nur 0.93 bis 1,01 mm!
Die 1.01 mm würde man nur mit Code 40 erreichen. Das ist allerdings nicht so leicht zu bekommen und hat zudem noch einen für uns gravierenden Nachteil: Hier können die Standard-Radsätze (nach NEM) Probleme bereiten, da die Spurkränze 0.9 mm hoch sind. Und da wir auch immer wieder Gast-Fahrzeuge auf der Anlage haben, ist das keine Option für uns.
Dann gibt es noch Code 55. Dieses Profil kommt mit einer Höhe von 1,40 mm auch schon etwas näher an das Original heran, bietet aber gleichzeitig noch genügend Platz für die NEM-Radsätze und: Gleise und Weichen sind von Peco leicht zu bekommen. Preislich kostet das (derzeit) ca. 150 % mehr als Fleischmann-Gleis. Wenn man aber wie wir aktuell jedes Jahr nur 1-2 Module baut, dann liegen die Mehrkosten bei rund 3-6 €. Das ist – angesichts des sowieso eher teuren Hobbys – wohl zu verkraften. Erst recht, wenn man sich dann mal im Vergleich ansieht, was für einen optischen Mehrwert das hat!
Die Anfänge
Wie man auf den Bildern der ersten Ausstellung
der alten Anlage sehen kann, war der Anfang (auch der Dasnebahn) sehr unbedarft.
Beim Bau des Bahnhofs Freistadt kam die Idee zur Verwendung
von Code 55 schon mal auf, wurde aber aus Kostengründen erstmal verworfen.
Als der Bau der Dasnebahn mit Dasneburg und Daadetal als erste Bahnhöfe begann,
wurden die Gleise erstmalig selbst geschottert. Allerdings wurde auch hier wegen des höheren
Materialaufwands (2 Bahnhöfe, 8 Kurven-Module, 1-2 Landschaftmodule, 2 Schattenbahnhöfe)
auf Fleischmann-Gleise und daher auch auf Code-80-Weichen zurückgegriffen.
Beim Bau der weiteren Module wurde dann schlicht einfach nicht mehr weiter drüber
nachgedacht. – Bis eben jetzt. (Danke, Markus!)
Wie geht es jetzt weiter?
Auf den beiden neuen Modulen haben wir nun die frisch verlegten Schienen wieder entfernt
und durch die neuen Code 55 Schienen ersetzt. Auch bei den zukünftigen Modulen wollen wir
zukünftig auf Code 55 setzen.
Was ist mit dem Bestand?
Das ist eine gute Frage! Die Module sind auch mit den verschiedenen Gleissystemen
untereinander kompatibel. Es ist also nicht zwingend von Nöten, diese sofort umzurüsten.
Trotzdem ist irgendwo doch der Anreiz da, auch den Bestand optisch auf neue Level zu heben.
Ob und wann das geschieht, wird aber die Zeit zeigen.